Workshop Modul 9
Mit der zunehmenden Luftdichtheit moderner Gebäudehüllen und häufig fehlenden oder unzureichenden Lüftungskonzepten steigt die Zahl feuchtebedingter Bauschäden in Wohngebäuden deutlich an. Besonders kritisch ist die Entstehung von Schimmelpilzbefall an Innenoberflächen. Ursachen sind neben nutzungsbedingten Einflüssen häufig bauphysikalische Mängel wie unzureichender Wärmeschutz oder Wärmebrücken. Sowohl Bestandsgebäude als auch sanierte und neu errichtete Bauwerke sind betroffen.
Für angehende Sachverständige im Dachdeckerhandwerk ist ein fundiertes Verständnis der bauphysikalischen Zusammenhänge unverzichtbar. Dieser zweitägige Workshop vermittelt praxisnah die Grundlagen des Feuchte- und Wärmeschutzes und befähigt die Teilnehmenden, Bauteilkonstruktionen fachgerecht zu analysieren, rechnerisch nachzuweisen und sachverständig zu bewerten.
Im Mittelpunkt des ersten Workshoptages steht der rechnerische Tauwassernachweis nach DIN 4108-3 (Glaserverfahren) als anerkannte und bewährte Methode zur Beurteilung von Wärme- und Feuchteverhältnissen in Bauteilen. Die Teilnehmenden lernen, Bauteilschichten systematisch zu erfassen, deren physikalische Kennwerte zu bewerten sowie einen Tauwassernachweis fachgerecht zu führen und zu interpretieren.
Neben den Grundlagen von Diffusion und Konvektion werden die maximale und relative Luftfeuchte, Taupunkt und Taupunkttemperatur sowie die Berechnung und Bedeutung des sd-Wertes behandelt. Begriffsdefinitionen wie diffusionsoffen, -bremsend, -hemmend, -sperrend und diffusionsdicht gemäß DIN 4108-3 werden praxisnah erläutert.
Darüber hinaus werden die Grenzen des Glaserverfahrens aufgezeigt – insbesondere bei feuchtevariablen Dampfbremsen oder komplexen Funktionsschichten. Als Erweiterung wird die hygrothermische Simulation mit WUFI – Wärme Und Feuchte Instationär vorgestellt, mit der Auffeuchtungs- und Austrocknungsprozesse über längere Zeiträume realitätsnah abgebildet werden können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf sogenannten „nachweisfreien Konstruktionen“ gemäß DIN 4108-3, DIN 68800-2 sowie dem Merkblatt „Wärmeschutz bei Dach und Wand“. Diese praxisbewährten Konstruktionen bieten Planungssicherheit ohne objektspezifischen Einzelnachweis.
Ergänzend werden Wärmebrücken, der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2, der fRsi-Temperaturfaktor sowie der Wärmebrückenkatalog nach DIN 4108 Beiblatt 2 behandelt. Auch die Anforderungen zur Schimmelvermeidung gemäß DIN-Fachbericht 4108-8 werden praxisbezogen erläutert.
Besondere Aufmerksamkeit gilt schadensanfälligen Dachkonstruktionen in Holzbauweise, insbesondere bei unbelüfteten Außenschichten mit hohen Sperrwerten in Kombination mit innenliegenden dichten Dampfsperren.
Am zweiten Workshoptag erhalten die Teilnehmenden einen vertieften Einblick in die Anforderungen an die Luftdichtheit von Gebäuden gemäß DIN 4108-7. Neben den normativen Grundlagen werden typische Ausführungsdetails, Schadensbilder sowie haftungsrelevante Aspekte aus Sicht des Sachverständigen praxisnah behandelt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Grundlagen der Klebetechnik im Dach- und Holzbau. Im Fokus steht die fachgerechte Bewertung von Verklebungen bei Dampf- und Luftsperren sowie von Anschlussdetails. Materialtechnische Zusammenhänge, Untergrundvorbereitung, Alterungsverhalten und typische Fehlerquellen werden detailliert betrachtet – insbesondere im Hinblick auf die sachverständige Begutachtung und Beweissicherung im Schadensfall.
Ergänzend werden anhand konkreter Praxisbeispiele hygrothermische Berechnungen mit WUFI – Wärme Und Feuchte Instationär durchgeführt und interpretiert. Dadurch vertiefen die Teilnehmenden ihr Verständnis für komplexe Feuchteverläufe und Austrocknungsprozesse in Dach- und Wandkonstruktionen unter realen Klimabedingungen.
Die Vermittlung dieser Inhalte übernehmen zwei ausgewiesene Experten aus der Bedachungsbranche (Industriepartner), die ihre langjährige Erfahrung aus Produktentwicklung, Anwendungstechnik und Schadensanalyse in den Workshop einbringen. So entsteht eine fundierte Verbindung zwischen normativen Anforderungen, materialtechnischer Praxis und sachverständiger Bewertung.
Inhalte
- Grundlagen des Feuchteschutzes (Diffusion, Konvektion, Maßeinheiten)
- Maximale und relative Luftfeuchte, Taupunkt und Taupunkttemperatur
- Begriff und Berechnung des sd-Wertes
- Diffusionsoffen, -bremsend, -hemmend, -sperrend und diffusionsdicht gemäß DIN 4108-3
- Vermeidung schädlicher Tauwasserbildung in Bauteilen
- Rechnerischer Tauwassernachweis nach dem Glaserverfahren
- Bewertung unterschiedlicher Dach- und Wandkonstruktionen
- Entstehung und Arten von Wärmebrücken
- Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 und frsi-Temperaturfaktor
- Wärmebrückenkatalog nach DIN 4108 Beiblatt 2
- Schimmelvermeidung nach DIN-Fachbericht 4108-8
- Schadensanfällige Dachkonstruktionen in Holzbauweise
- Austrocknungsprinzipien und nachweisfreie Konstruktionen gemäß DIN 68800-2, DIN 4108-3 und dem aktuellen Merkblatt „Wärmeschutz bei Dach und Wand“
Ihr Referent
Jürgen Gerbens, Dachdeckermeister, öbuv Sachverständiger im Dachdeckerhandwerk und Coach für Unternehmens- und Mitarbeiterentwicklung im Dachdeckerhandwerk
Ihr Referent
Jürgen Gerbens, Dachdeckermeister, öbuv Sachverständiger im Dachdeckerhandwerk und Coach für Unternehmens- und Mitarbeiterentwicklung im Dachdeckerhandwerk
Zielgruppe
Handwerksmeister*innen, Projektleiter*innen und technische Fachkräfte im Dachdeckerhandwerk,
- die sich auf eine Sachverständigenprüfung vorbereiten oder
- ihr bauvertragliches und technisches Fachwissen gezielt aktualisieren möchten
Ihr Mehrwert
-
Bauphysikalische Sicherheit
Sie gewinnen ein fundiertes Verständnis der Wärme- und Feuchteprozesse in Dach- und Wandkonstruktionen und beurteilen diese bauphysikalisch sicher und nachvollziehbar.
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Normensicherheit
Sie wenden die Anforderungen der DIN 4108, DIN 68800 sowie das Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks praxisnah an und interpretieren diese fachlich korrekt.
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Kompetenz im Tauwassernachweis
Sie führen einen rechnerischen Nachweis nach DIN 4108-3 (Glaserverfahren) selbstständig durch und bewerten die Ergebnisse fachlich fundiert.
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Bewertung komplexer Konstruktionen
Sie erkennen die Grenzen vereinfachter Nachweise und verstehen den zielgerichteten Einsatz hygrothermischer Simulationen mit WUFI – Wärme Und Feuchte Instationär – zur realitätsnahen Beurteilung anspruchsvoller Bauteile.
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Sicherheit bei Luftdichtheitskonzepten
Sie verstehen die Anforderungen der DIN 4108-7 und ordnen typische Ausführungsfehler sowie deren bauphysikalische Folgen sachverständig ein.
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Fachwissen zur Klebetechnik
Sie erwerben praxisrelevante Kenntnisse zur Beurteilung von Verklebungen bei Dampf- und Luftsperren sowie zur Bewertung sensibler Anschlussdetails.
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Kompetenz bei Wärmebrücken
Sie analysieren Wärmebrücken systematisch, bewerten den Mindestwärmeschutz und schätzen das Risiko von Tauwasserbildung und Schimmel fachlich fundiert ein.
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Sicherheit bei nachweisfreien Konstruktionen
Sie kennen praxisbewährte und normkonforme Konstruktionen und beurteilen deren Anwendbarkeit im konkreten Objekt sicher und nachvollziehbar.
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Schadensanalyse auf Expertenniveau
Sie erkennen typische Schadensbilder in Dachkonstruktionen, grenzen Ursachen systematisch ein und dokumentieren Ihre Ergebnisse technisch präzise und gutachterlich belastbar.
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Stärkung Ihrer Marktpositionierung
Durch vertiefte Fachkompetenz und normensichere Argumentation festigen Sie Ihre Position als qualifizierter Sachverständiger im Dachdeckerhandwerk.
Sie gewinnen ein fundiertes Verständnis der Wärme- und Feuchteprozesse in Dach- und Wandkonstruktionen und beurteilen diese bauphysikalisch sicher und nachvollziehbar.
Sie wenden die Anforderungen der DIN 4108, DIN 68800 sowie das Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks praxisnah an und interpretieren diese fachlich korrekt.
Sie führen einen rechnerischen Nachweis nach DIN 4108-3 (Glaserverfahren) selbstständig durch und bewerten die Ergebnisse fachlich fundiert.
Sie erkennen die Grenzen vereinfachter Nachweise und verstehen den zielgerichteten Einsatz hygrothermischer Simulationen mit WUFI – Wärme Und Feuchte Instationär – zur realitätsnahen Beurteilung anspruchsvoller Bauteile.
Sie verstehen die Anforderungen der DIN 4108-7 und ordnen typische Ausführungsfehler sowie deren bauphysikalische Folgen sachverständig ein.
Sie erwerben praxisrelevante Kenntnisse zur Beurteilung von Verklebungen bei Dampf- und Luftsperren sowie zur Bewertung sensibler Anschlussdetails.
Sie analysieren Wärmebrücken systematisch, bewerten den Mindestwärmeschutz und schätzen das Risiko von Tauwasserbildung und Schimmel fachlich fundiert ein.
Sie kennen praxisbewährte und normkonforme Konstruktionen und beurteilen deren Anwendbarkeit im konkreten Objekt sicher und nachvollziehbar.
Sie erkennen typische Schadensbilder in Dachkonstruktionen, grenzen Ursachen systematisch ein und dokumentieren Ihre Ergebnisse technisch präzise und gutachterlich belastbar.
Durch vertiefte Fachkompetenz und normensichere Argumentation festigen Sie Ihre Position als qualifizierter Sachverständiger im Dachdeckerhandwerk.
Terminvereinbarung
Beratungsgebühr
495,00 € Netto, zzgl. 19 % MwSt.
Ort der Veranstaltung
Online-Workshop über die digitale Konferenz-App „Zoom“.
Der Teilnahme-Link wird nach individueller Terminvereinbarung per E-Mail zugesendet.
Technische Voraussetzungen
PC, Laptop oder Tablet mit Webcam, Mikrofon und Lautsprechern.
Bald Verfügbar